Naturnetz Pfannenstiel

Einsatz der Kiwaner für das Naturnetz Pfannenstiel

Wo Eidechsen und Neuntöter sich gute Nacht sagen

Harte Arbeit am Steilhang zu Gunsten einer naturnahen Landschaft

Einmal im Herbst treffen sich die Kiwaner von Meilen für einen Arbeitseinsatz zu Gunsten des «Naturnetz Pfannenstiel».

In diesem Jahr wurde eine Magerweide unterhalb der Hohenegg, direkt am südlichen Abhang des «Zwetschgenwegs», für bedrohte oder seltene Tierarten «schlüsselfertig» gemacht. Es galt, «Reptilienburgen» zu errichten, in denen sich Eidechsen und andere Kleintiere wohl fühlen und heimisch werden können. Besonderes Augenmerk wurde auch den Neuntötern geschenkt: das ist eine selten gewordene Vogelart, die sich beim Zwetschgenweg angesiedelt hat – man ist noch nicht ganz sicher, ob es eines oder zwei Paare sind –, und die auf Grossinsekten als Nahrung angewiesen ist, beispielsweise auf Käfer und Heuschrecken. Die hinwiederum fühlen sich wohl in Reptilienburgen oder allgemein in weniger stark genutztem Umfeld.

Das Erstellen von Reptilienburgen, die im Fachjargon «Kleinstrukturen» genannten werden, ist gar nicht so einfach, vor allem dann nicht, wenn sie an steilen Hängen zu liegen kommen sollen. Nach der Besammlung am Samstag morgen und der Begrüssung durch den professionellen Leiter des Einsatzes, Erwin Schüpbach vom Öko-Büro Quadra, machten sich die acht Kiwanerinnen und Kiwaner, unterstützt von Michiel Hartmann (Naturschutzverein), mit gutem Schuhwerk und massivem Werkzeug an die Arbeit. Da Steinburgen bis zu anderthalb Meter tief in den Boden reichen müssen, mussten Löcher ausgehoben werden. Darin finden später einmal Echsen und Blindschleichen auch in der kalten Jahreszeit Unterschlupf; geschützt vor Katzen oder anderen Feinden können hier die Tiere auch ihre Eier ablegen. Wichtig ist allerdings, dass die Vertiefung eine absolut sichere Entwässerung aufweist; dafür mussten Drainagen angelegt werden.

Wem die Steine für die «Burg» zu schwer waren, hatte eine Alternative: von gemähten Brombeeren wurden Haufen aufgeschichtet, damit das Gelände nicht ganz verbuscht. Die Neuntöter schätzen auch mit Stacheln oder Dornen bewachsene Zweige besonders, denn dort können sie ihrer Neigung frönen, Nahrung aufzuspiessen – sei es, um Vorräte anzulegen, sei es, um grössere Nahrung «schnabelgerecht» zu zerkleinern. Seinen Namen soll er übrigens diesem Verhalten verdanken: man hat früher irrtümlicherweise angenommen, der Neuntöter spiesse immer zuerst neun Tiere auf, ehe er wieder eines frisst.

Das Neuntöter-Paar von der Hohenegg bekamen die Kiwaner am Samstag zwar nicht zu sehen, dafür genossen sie bei gutem Wetter die herrliche Aussicht über das Dorf und den See. «Dieser Standort ist einzigartig», erläuterte Erwin Schüpbach, «er liegt sehr nahe am Siedlungsgebiet, und doch gibt es hier viele Vögel und 13 Arten Heuschrecken, davon sind 5 selten.»